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Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen

der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
Die Arbeitsstelle für Weltanschauungs- und Sektenfragen beobachtet und untersucht die religiösen Gegenwartsströmungen und bietet Informationen, Auflärung und Beratung an.

Arbeitsbereiche

Die Aufgaben gliedern sich in folgende Arbeitsbereiche:

  1. Forschung
  2. Vermittlung
  3. Beratung

1. Forschung

Im Zuge der allgemeinen gesellschaftlichen Pluralisierung wird auch der Bereich der Weltanschauungen und religiösen Gruppierungen immer vielfältiger und unübersichtlicher. Im Verlauf der letzten 100 Jahren sind eine zahlreiche verschiedene neureligiöse Gruppierungen und Gemeinschaften entstanden. Die "klassischen" christlichen "Sekten" wie z. B. die Zeugen Jehovas oder die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) stehen bei weitem nicht allein mit ihrem Anspruch, eine bessere Kirche als die christlichen Kirchen zu sein und den richtigeren Weg zu Gott zu weisen.

Verstärkt bieten sich auch östliche Religionen und ihre Randgruppen als Vermittler von religiöser Daseinsdeutung an. Spirituelle Meister und Gurus versprechen, ihre Anhänger zu einem sinnerfüllteren Dasein zu führen. Darüber hinaus werden esoterische Themen und Praktiken - von Astrologie und Feng Shui über Chakra-Meditation bis zu Pendeln und Tarot - in breitem Maß zur Bewältigung der individuellen Daseins- und Lebensprobleme herangezogen.

Die Kirche ist herausgefordert, auf diese Situation konstruktiv zu reagieren. Eine genaue Kenntnis der jeweiligen Ziele, Glaubensauffassungen und Praktiken der verschiedenen Gruppierungen und Systeme ist dazu unerläßlich. Dies bedarf intensiver Forschung. Die Arbeitsstelle für Weltanschauungs- und Sektenfragen der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens hat die Aufgabe, solche Forschung zu leisten und die religiöse und weltanschauliche Situation im Bereich der Landeskirche zu beobachten und zu analysieren. In enger Verbindung mit der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin, den Weltanschauungsbeauftragten der anderen Landeskirchen und dem Evangelischen Bund bemüht sie sich um eine solide Kenntnis und theologische Beurteilung der religiösen Gegenwartsströmungen.

2. Vermittlung

Die Arbeitsstelle für Weltanschauungs- und Sektenfragen der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens vermittelt die Ergebnisse der Forschungsarbeiten nach zwei Richtungen.

Auf der einen Seite ist sie eine Dienstleistungseinrichtung für die Gemeinden. Angesichts der großen Aufgaben der Pfarrer und Mitarbeiter in den Gemeinden können diese den Überblick über die Entwicklungen im Bereich der Sondergemeinschaften und Weltanschauungen selbst kaum noch gewinnen. Diese Aufgabe übernimmt die Arbeitsstelle stellvertretend für die Pfarrer und Mitarbeiter, um sie bei Bedarf und in konzentrierter Form über Grundlagen und aktuelle Entwicklungen auf diesem Gebiet zu informieren. Zu diesem Zweck werden regelmäßig wichtige Informationen in dem Mitteilungsblatt "Confessio" publiziert und den daran interessierten Gemeinden und Personen zugestellt. Darüberhinaus finden Seminarveranstaltungen und Vorträgen in den Gemeinden und Konventen statt, bei denen wichtige Aspekte der Thematik sowie aktuelle Probleme angesprochen werden.

Auf der anderen Seite dient die Arbeitsstelle für Weltanschauungs- und Sektenfragen der Information der Kirchenleitung. In regelmäßigen Abständen und bei aktuellen Anlässen berichtet sie der Kirchenleitung über ihre Arbeit und Forschungsergebnisse.

3. Beratung

Die Arbeitsstelle ist zentraler Ansprechpartner im Bereich der sächsischen Landeskirche für alle Anfragen im Zusammenhang mit Neuen Religiösen Bewegungen. Insbesondere bei Gemeinschaften mit hohem Gruppendruck und sektiererischen Zügen kommt es immer wieder zu Konflikten und Problemen, die eine persönliche Beratung erforderlich machen. Hier bietet die Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen die Möglichkeit zur Beratung und zu seelsorgerlichem Gespräch an.

Es besteht die Möglichkeit, mit einem Formular direkt online Anfragen zu stellen oder Hinweise zu geben. Machen Sie davon Gebrauch!

Beauftragter

Mein Name ist Dr. Harald Lamprecht. Nach meinem Theologiestudium in Leipzig, Göttingen und Halle war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Helmut Obst am Seminar für Ökumenik, Konfessionskunde und Religionswissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Von da her sind mir die Themen des ökumenischen Dialogs, der konfessionskundlichen Arbeit sowie insbesondere der religiösen Sondergemeinschaften gut vertraut. Meine Dissertation habe ich über die neuen Rosenkreuzerorganisationen geschrieben. Seit Dezember 1999 bin ich Beauftragter für Weltanschauungs- und Sektenfragen der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und Geschäftsführer des Evangelischen Bundes, Landesverband Sachsen.

Das Wesen aller Konfessionskunde besteht im besseren Kennenlernen des Gegenüber. Mißverständnisse sollen vermieden und Unterschiede wie Gemeinsamkeiten möglichst klar erkannt werden. Wenn diese Webseiten auf www.confessio.de dazu helfen können, dann freut es mich.