Mitteilungen aus der Ökumene 2-2005

Ökumene

Neue Mitgliedskirchen des Weltkirchenrates

Acht neue Mitgliedskirchen, u.a. aus Angola, Haiti und Guinea, sind in die Gemeinschaft des Ökumenischen Rates der Kirchen aufgenommen worden, der nun 347 Kirchen zählt. Mitgliedskirchen des ÖRK müssen mindestens 25.000 Mitglieder haben und sich regional ökumenisch engagieren. Die nächste ÖRK-Vollversammlung in Porto Allegre (2006) soll ein Konsensverfahren beschließen, das den kleineren Mitgliedskirchen größeres Gewicht zukommen ließe. Der ÖRK repräsentiert ca. 400 Millionen Christen weltweit. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet aber in zahlreichen Programmen und Kommissionen mit.

KI-Newsletter 2005-2

Dritte Europäische Ökumenische Versammlung 2007 in Sibiu

Die dritte Europäische Ökumenische Versammlung wird vom 04. bis 08. September 2007 im rumänischen Sibiu (Hermannstadt) stattfinden. Darauf haben sich das gemeinsame Komitee des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) geeinigt. Als Thema wird für die EÖV3 vorgeschlagen: „Das Licht Christi erleuchtet alle. Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa“.

Nach den bisherigen Veranstaltungen im protestantisch geprägten Basel (1989) und dem katholischen Graz (1997) wurde nun eine Stadt in einem mehrheitlich orthodoxen Land ausgewählt.

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Baptisten

Südliche Baptisten aus Weltbund ausgetreten

Der größte Mitgliedsverband des Baptistischen Weltbundes, die Southern Baptist Convention aus den USA, hat seine Ankündigung wahr gemacht und ist aus dem Baptistischen Weltbund ausgetreten.

Begründet wurde dieser Schritt mit einer angeblich zu liberalen Haltung des Baptistischen Weltbundes. Auch heftige Proteste und Vermittlungsinitiativen des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und anderer Baptisten aus verschiedenen Teilen der Welt konnten die Haltung der Southern Baptists nicht verändern. Nun blickt man im Baptismus gespannt auf die Zukunft, ob sich Parallelstrukturen entwickeln werden.

HL

Anglikanische Kirche

Anglikaner uneins über Weihe von Bischöfinnen

Die Kirche von England kann sich bislang nicht auf eine Entscheidung über eine Weihe von Bischöfinnen verständigen. Die Beratungen der Generalsynode wurden auf den Sommer verschoben.

Die englische Mutterkirche der anglikanischen Kirchengemeinschaft hinkt der Entscheidung anderer Kirchen hinterher. So gibt es in den USA bereits seit 20 Jahren anglikanische Bischöfinnen. Die Kirche von England hatte zwar auch schon vor 31 Jahren die Weichen für die Weihe von Priesterinnen gestellt, erst 1994 wurden allerdings tatsächlich die ersten weiblichen Geistlichen geweiht.

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Ev.-methodistische Kirche

Neue methodistische Bischöfin

Rosemarie Wenner (49) ist neue Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland (EmK). Als Nachfolgerin des seit 16 Jahren amtierenden Walter Klaiber steht die bisherige Frankfurter Superintendentin der 65.000 Mitglieder zählenden evangelischen Freikirche vor. Weltweit bekennen sich ca. 70 Millionen Menschen in über 150 Ländern zur methodistischen Kirche, die auf den ehemals anglikanischen Geistlichen John Wesley (1703-1791) zurückgeht.

Angesichts des Mitgliederrückgangs von ca. 2% jährlich möchte die neue Bischöfin vor allem getaufte, sich aber nicht verbindlich zur Kirche haltenden Menschen für eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Ein weiterer Schwerpunkt soll die ökumenische Arbeit der EmK bleiben.

Gleichzeitig hat die nordeuropäische Zentralkonferenz der EmK einen neuen Bischof für die Region Eurasien gewählt: Der 61-jährige schwedischstämmige Pfarrer Hans Vaexby (Helsinki) folgt auf den deutschen Bischof Rüdiger Minor, der nach 13 Jahren aus dem Amt scheidet. Die nordeuropäische Zentralkonferenz umfasst die skandinavischen und baltischen Länder sowie die westlichen der aus der UdSSR hervorgegangenen Länder mit insgesamt 15.000 Gemeindegliedern.

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Römisch-Katholische Kirche

Statistik zur röm.-kath. Kirche in Deutschland erschienen

Die röm.-kath. Deutsche Bischofskonferenz hat ein Heft mit statistischen Daten zur Entwicklung der röm.-kath. Kirche in Deutschland vorgelegt.

Die darin veröffentlichten Texte und Grafiken zeigen deutlich den Abwärtstrend in vielen Bereichen, der maßgeblich mit durch die demografische Entwicklung in Deutschland bestimmt wird. Zugenommen haben in den vergangenen Jahren demgegenüber die Zahl der Diakone und der Laien in pastoralen Berufen.

Die Broschüre ist bei der Deutschen Bischofskonferenz zu beziehen: 0228-103205 oder http://dbk.de/schriften/DBK5.Arbeitshilfen/ah193.pdf HL

Heiligsprechungsverfahren der „Seher von Fatima“

Nur wenige Tage nach dem Tod der letzten „Seherin“ von Fatima wird das Heiligsprechungsverfahren für die im Jahr 2000 selig gesprochenen Geschwister Francisco und Jacinta Marto eilig vorangetrieben.

Exakt zehn Tage nach dem Tod der 97jährigen Maria Lucia dos Santos überstellte die portugiesische Diözese Leiria-Fatima die Akten des Verfahrens nach Rom. Die Positio berichtet auch über das kirchenrechtlich notwendige zweite Wunder - die Heilung eines diabeteskranken Kindes soll mit der Fernsehübertragung der Seligsprechung der Geschwister begonnen haben. Die kirchenrechtliche Karenzzeit zur Aufnahme eines Seligsprechungsverfahrens für die letzte „Seherin“ beträgt fünf Jahre.

Das Verfahren besitzt eine gewisse innerkatholische Brisanz, da Papst Johannes Paul II. sein Überleben nach dem Attentat vom 13. Mai 1981 auf den Beistand der Gottesmutter von Fatima zurückführt, wie er aus dem „dritten Geheimnis von Fatima“ zu deuten sein soll.

KI-Newsletter 2005-3

Kurs über Satanismus und Exorzismus

Zurzeit bietet die Päpstliche Hochschule „Regina Apostolorum“ der „Legionäre Christi“ einen Kurs über Satanismus, Exorzismus und das sog. Befreiungsgebet. Neben theologischen und psychologischen Inhalten werden den Priestern und Theologiestudierenden höherer Semester auch medizinische und juristische Grundlagen vermittelt. Vorträge, Analysen von Internetangeboten und Videospielen sowie Erfahrungsberichte zweier italienischer Patres deuten auf ein spannendes Seminar hin. Der Kurs soll auch das in den Medien „entstellte Bild des Exorzisten“ korrigieren helfen.

In Italien gibt es zehn fassbare satanistische Gruppen, allerdings eine wesentlich größere Zahl von Menschen, die satanistische oder pseudosatanistische Rituale praktizieren.

Nach dem römisch-katholischen Kirchenrecht dürfen nur speziell beauftragte Priester Exorzismus-Gebete über mutmaßlich besessene Personen sprechen. Die vatikanische Liturgie-Kongregation formulierte die Gebetsformulare erst 1999 neu.

Ende Februar wurden Angehörige der italienischen Satanssekte „Bestie di Satana“ wegen dreifachen Mordes zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die Leichen zweier 1998 ermordeter Jugendlicher wurden erst im vergangenen Jahr gefunden.

KI-Newsletter 2005-3

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