Dominik ist tot - Dr. Raths Geschäft mit der Hoffnung geht unbeirrt weiter

Krebstherapie mit Verschwörungstheorie

„Rettet Dominik“ war der schreiende Titel einer großen Kampagne, mit der der umstrittene Vertreiber von hochdosierten Vitaminprodukten, Dr. Matthias Rath, für seine zweifelhafte Therapie geworben hatte. Der schwer Krebskranke Junge diente ihm dabei als Vorzeigeobjekt für seine These, dass Krebs mit Hilfe seiner Vitaminpillen heilbar sei. Auf Großveranstaltungen wurde der Junge als angeblich geheilt auf der Bühne präsentiert und seine schulmedizinisch behandelnden Ärzte mit wüsten öffentlichen Beschimpfungen und Angriffen bedacht.

Von Beobachtern wurde mit gewisser Spannung erwartet, wie Dr. Raths Argumentation sich gestalten würde, wenn das nach menschlichem Ermessen in diesem Stadium der Krankheit leider Unvermeidliche eintritt. Am 1. November ist Dominik in einer Klinik in Mexiko gestorben. Von Seiten des nach Dr. Raths Methoden behandelnden Arztes wurde behauptet, nicht etwa der Krebs (der ja geheilt worden sei), sondern ein früherer ärztlicher Kunstfehler bei seiner schulmedizinischen Behandlung sei für den Tod verantwortlich.

 

Die Staatsanwaltschaft hat die Leiche zur Ermittlung der Todesursache obduzieren lassen. Die endgültigen Ergebnisse liegen noch nicht vor, gesichert ist aber bereits, dass nach wie vor ein großer Lungentumor bestanden hat.

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Autor
HL
Dieser Beitrag ist erschienen in Confessio 6/2004 ab Seite 02