Ehemaliger Erzbischof Milingo in den Laienstand versetzt

Wiederholt unerlaubte Bischofsweihen vorgenommen

Am 17. Dezember 2009 wurde der ehemalige Erzbischof von Lusaka/Sambia Emmanuel Milingo von der katholischen Kirche zurück in den Laienstand versetzt. Diese Laisierung resultiert aus einem länger schwelenden Konflikt.

Schon in seinem Erzbistum Sambia sorgte Emmanuel Milingo durch Heilungsrituale für Unruhen. 1983 wurde er nach Rom versetzt. Auch hier zogen seine Heilungsmessen und Exorzismusrituale viele Gläubige aber auch Kritiker an.

Im Mai 2001 schließlich heiratete Milingo die Südkoreanerin Maria Sung bei einer Massenhochzeit der von Sun Myung Mun gegründeten Vereinigungskirche. Es folgte die Suspendierung vom Priesteramt. Wenige Monate später jedoch kehrte er nach Gesprächen mit dem damaligen Papst Johannes Paul II. zu der katholischen Kirche zurück und lebte abgeschieden in einem Kloster.

2006 trat er bei einer eigens von ihm einberufenen Pressekonferenz in Washington als Vorkämpfer für die Priester-Ehe und die Abschaffung des Zölibates auf. Am 24. September 2006 weihte er ohne päpstliches Mandat vier verheiratete Männer zu Bischöfen und bewirkte damit seine Exkommunikation. Da er trotzdem weiterhin bischöfliche Tätigkeiten ausübte und erneut mehrere Männern zu Bischöfen weihte, sah sich die katholische Kirche im Dezember letzten Jahres gezwungen, Milingo zusätzlich zur Exkommunikation alle Rechten und Pflichten des Klerikerstandes, mit Ausnahme der Zölibatsverpflichtung, zu entziehen und ihn aus dem Klerikerstand zu entlassen. Emmanuel Milingo selbst kündigte einen Tag nach seiner Laisierung gegenüber der italienischen Tageszeitung „Il Tempo“ an, seine Missionstätigkeit weiterführen zu wollen und die Laisierung nicht anzuerkennen, da auf dem entsprechenden Schreiben Wappen und Siegel des Papstes fehlen würden. Es bleibt abzuwarten ob und wie der Streit fortgeführt wird.

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Dieser Beitrag ist erschienen in Confessio 1/2010 ab Seite 21